Backstage Cinderella

Ulrike Laude befragt Jana und Markus, die Autoren, und Sigrid, die Regisseurin von Cinderella's Traum

Jeden Dienstag lassen ca. 20 Leute zwischen 12 und 65 Jahren ihren Alltag hinter sich und treffen sich im Alten Kloster, um gemeinsam zu singen, Choreografien einzustudieren und Theater zu spielen.

  • Jana und Markus, ihr beiden teilt euch die Leitung des CGC. Aber ihr seid kein Paar.

Allgemeine Erheiterung: Nein, sind wir nicht!

  • Obwohl der CGC in der lokalen Musikszene schon einen gewissen Bekanntheitsgrad erreicht hat, ist es vielleicht noch nicht bei jedem angekommen: Was bedeutet CGC?

Jana: Also CGC heißt erstmal komplett ausgesprochen Cross Generational Choir, das heißt so viel wie eben Kreuzung der Generationen, also alle Generationen können in diesem Chor mitsingen.

  • Was unterscheidet euch musikalisch vom gemischten Chor der Chorvereinigung?

Markus: Musikalisch unterscheiden wir uns in dem Sinn, dass wir moderne Stücke singen und sie ja eigentlich meistens mit Choreografien noch begleiten. Wir sind nicht dieser klassische Chorgesang, sondern wir gehen darüber hinaus und suchen es mit Bewegung noch besser rüber zu bringen.

Jana: Deshalb ist es ja auch meistens so, dass wir diejenigen sind, die mehr auswendig lernen oder alles auswendig lernen, während der Gemischte Chor doch ab und zu seine Schwarzen Mappen mit den Noten hat.

  • Der CGC ist ja nicht zuletzt aus den erwachsenen Sängerinnen und Sängern des Kinderchors hervor gegangen. Die konnten einfach nicht aufhören.  Und nun feiert ihr zusammen mit den ChorKids und den SingMit!-Kindern 50jähriges Jubiläum. Was ist für diesen besonderen Anlass geplant?

Jana und Markus: Also zum einen gibt es natürlich die große Aufführung von Cinderella die dann im November stattfindet. Was jetzt schon gewesen ist, war der Kleine Rabe Theobald, ein Mitmachtheater für die Kinder. Der CGC hat dann noch einen Gesangsworkshop beim Christian Wilms und im Juli war das Sommerfest in der Aula, wo die Kleinen ein kleines Musical aufgeführt haben und wir haben einen kurzen Ausschnitt aus Cinderella präsentiert. Der Ausschnitt war aber eher musikalisch als schauspielerisch. Draußen vor der Aula gab's verschiedene Spielstationen für die Kinder und einen Luftballonwettbewerb. Nach den Ferien bekommt der Sieger des Luftballonwettbewerbs einen Preis.

  • Cinderella gibt's ja schon als Film und als Musical – was darf man von Cinderella's Traum erwarten?

Jana: Also die Story ist schon an den Film angelehnt von Disney, aber weil wir das interkulturell machen möchten, machen wir das in die Gegend von Aladin, aus dem arabischen Bereich. Es gibt also keine gute Fee sondern einen Dschinn; es gibt keinen König, sondern einen Sultan –genau!

  • Ihr habt euch zur Umsetzung des Projekts eine erfahrene Bühnenschauspielerin vom Vollmond-Theater Leonberg ins Boot geholt, Sigrid Vaas, die gleichzeitig auch schon lange im Gemischten Chor der Chorvereinigung singt. Sigrid, wie willst du Cinderella's Traum inszenieren?

Sigrid: Das kann ich so gar nicht beantworten, weil ich kein fertiges Konzept habe, sondern dieses Stück soll quasi in der Arbeit, im Prozess mit den Schauspielern, entstehen. Wir haben den Text und aus dem Text umsetzen ins Spiel entsteht dann quasi das Konzept. Ich hab so bestimmte Ideen, was man wie machen könnte aber ich hab kein fertiges Konzept, sondern möchte das eigentlich mit den Schauspielen zusammen entwickeln in der Arbeit.

  • Wo ist der Text her?

Sigrid: Der Text ist ursprünglich her von Markus und Jana - wo die den her haben weiß ich gar nicht....

Markus: Aus laanger Arbeit am Wochenende!

Jana: Ja, wir haben mehrere Wochenenden zusammen gesessen, geschrieben und überlegt, wie könnte man was sagen, wer sagt was ...

Sigrid: Und dann kam der Text in meine Finger und dann hab ich den einfach noch sprachlich etwas überarbeitet und auch einfacher gemacht -manche Dinge haben wir dann auch raus geschmissen - so dass es eine „sprechbare" Sprache wird.
Und auch jetzt in den Proben wird sicher noch manches geändert werden, wenn man merkt, das funktioniert nicht, das kann man so gar nicht sprechen. Also auch des ist ein Prozess, der eigentlich erst dann fertig ist, wenn man Generalprobe macht. Vorher ist alles ungewiss.

  • Ist es nicht schwierig, zwei grundverschiedene Chöre wie ChorKids und CGC unter einen Hut zu bringen?

Sigrid: Dazu kann ich gar nichts sagen, weil ich jetzt ja nur dafür zuständig bin, quasi die Schauspielszenen einzustudieren. Wie das nachher als Gesamtkunstwerk wird mit den Chören, das ist mir ehrlich gesagt im Moment auch noch ein totales Rätsel; das wird sicher auch erst im Laufe der Zeit- wahrscheinlich kurz vor knapp – entstehen, weil da natürlich noch der Herr Müller und die Frau Mohr sozusagen auch noch mitmischen, das heißt wir müssen an verschiedene Bausteine Chor 1, Chor 2, Schauspieler, Choreografie – es kommt ja auch noch Choreografie dazu- das sind Bausteine die wir eigentlich erst kurz vorher irgendwie zusammen fügen werden.

  • Also Ingrid Mohr macht mit den ChorKids und den SingMit-Kindern musikalische Früherziehung und Kai Müller leitet den CGC und rein technisch läuft das dann so ab: getrennte Proben - gemeinsamer Auftritt?

Sigrid: Genau. Ich nehme an, dass wir eigentlich zum ersten Mal zusammen kommen – an dem Probewochenende.

Jana: Am Probenwochenende werden wird das erste Mal mit den Kindern auch zusammen singen und spätestens da auch zusammen schauspielern, weil bei den Kindern wird es auch zwei Sprechrollen geben.

  • Und wo findet das Probewochenende statt?

Markus: Das Probenwochenende findet dieses Mal am Originalschauplatz des Jubiläumskonzertes also in der Aula in Weil der Stadt statt

  • Jana und Markus, der CGC ist ja bekannt für seine guten Solisten, euch beide eingeschlossen. Nehmt ihr jeden, der Spaß am Singen hat - oder gibt's ein Casting wie bei Deutschland sucht den Superstar?

Markus: Nein, also von Castings halte ich persönlich für Chorgesang nichts. Also jeder ist bei uns willkommen, kann ausprobieren, ob er Spaß am Singen hat und ob es für einen Chor reicht. Nur für die Solisten haben wir es uns schon überlegt, da haben wir jetzt Leute ausgesucht, die auch gut singen können, weil da muss es halt so sein. Aber im Chor kann eigentlich jeder mitsingen.

Jana: Und selbst bei Soli, da ist es ja so, dass jeder sagen kann, ich möcht's mal probieren. Und dann sieht man halt, ob das auch wirklich funktioniert. Ansonsten muss man dann halt leider sagen Schade, aber es gibt ja dann immer noch den Christian Wilms, wo man dann halt auch wieder die Stimme ausbilden kann. Dann klappt's vielleicht beim nächsten Mal.
Christian Wilms ist der Stimmbildner.

  • Kostet die Teilnahme was?

Jana: Der CGC bietet immer wieder Infoabende an, da kostet die Teilnahme natürlich nichts. Wer sich dann aber entschließt mitzumachen, der zahlt den normalen Chorbeitrag.

Vielen Dank für das interessante Interview.